Die Hände wandern nach Berlin

Ein Ziel der Aktion Rote Hand ist bereits erfüllt: Die roten Hände sollen wandern! Sie sind nicht für den Papierkorb bestimmt, sondern sollen so viele Politiker*innen und gern auch Prominente in den Händen halten und lernen. Dienstag haben Josefine Paul und Stefan Engstfeld die roten Hände an den Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann, GRÜNE (https://www.sven-lehmann.eu/) weitergegeben. Sven Lehmann ist Mitglied der Kinderkommission des Bundestages. Die Hände haben nun also die Bundesebene erreicht.

 

Die Übergabe der Rote Hände

Am Am 19.03.2019 um 13.00 Uhr konnten 40 Schüler*innen des Leo-Statz-Berufskolleg Düsseldorf ihre 420 roten Hände zwei Landtagsabgeordneten übergeben.

Josefine Paul nahm als jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion und Stefan Engstfeld als Düsseldorfer Abgeordneter die vielen Aktionsblätter entgegen und erhielten von den Jugendlichen mit großem Ernst vorgetragene Bitten, sich stärker für die Kinder in Kriegen einzusetzen.

Josefine Paul sagte: “Es ist wichtig für uns Abgeordnete im direkten Kontakt mit Jugendlichen immer wieder den Auftrag zum Handeln zu bekommen!”

Ein Schüler meinte: “Gerade haben wir in Neuseeland gesehe, was es bedeutet, dass so viele Schusswaffen in Umlauf sind. Wir müssten viel mehr dagegen tun!” Das fand Stefan Engstfeld auch und versprach es weiterzugeben und noch einmal mehr anzugehen.

Ein Schüler aus Syrien erzählte mit bewegenden Worten vom Krieg, den er noch erlebte und der in unseren Medien fast vergessen sei. Das nahmen mehrere Jugendliche auf und machten klar, dass sie nicht verstehen können, dass die Politik und die Medien so kalt über die Ungerechtigkeiten und Kriege hinweg gehen.

Die beiden Abgeordneten versprachen, die roten Blätter und die mahnenden Worte der Jugendlichen mit in ihre Fraktion zu nehmen und in der nächsten Woche an Bundestagsabgeordnete mit der Bitte zu übergeben, sie wiederum weiter in Umlauf zu bringen.

Der Aktionstag

Mit dem Leo-Statz-Berufskolleg haben wir in der Vergangenheit schon viele Aktionen durchgeführt. Auch die Aktion Rote Hand war mehrfach dabei. So war eine Klasse des Berufskollegs 2015 im Landtag NRW dabei, als wir zwei Tage lange mit zwei Schulklassen (die zweite war eine Realschulklasse aus Kerpen) die Abgeordneten ansprechen.

In diesem Jahr haben wir zunächst am 28.01.2019 einen Workshop in einer Klasse im Fach Politik durchgeführt. Mit dem Film „Ich habe getötet“ wurde den Jugendlichen drastisch vor Augen geführt, wie wenig das Leben der Kindersoldaten mit virtuellen Vorlagen zu tun hat. Es herrschte große Betroffenheit vor allem über die Situation der Mädchen, die im Film sehr deutlich über ihre Erlebnisse sprachen.

Die Jugendlichen zeigten großes Interesse auch an den globalen Zusammenhängen. Immer wieder kamen wir aber auch nach Deutschland zurück. So diskutierten wir die Formen, mit denen die Bundeswehr schon sehr früh um die Jugendlichen wirbt. Aber auch die deutsche Kleinwaffenindustrie und ihre Exporte kamen zur Sprache.

Am Ende stand dann natürlich die Aktion Rote Hand, die wir im Klassenzimmer durchführten, damit die Jugendlichen wissen wie die Abläufe am Aktionstag sind. Die Wahl für den Aktionstag fiel auf den 7.2.2019, der heimliche Geburtstag von FRIEDENSBAND.

 

Der Aktionstag

Gut vorbereitet ging es am 07.02.2019 in den Aktionstag. Pünktlich um 8 Uhr standen die Tische mit Farbe, Farbschalen und Papier bereit und die Wäscheleinen hingen. Klassenweise kamen die Jugendlichen und hatten genug Zeit, informiert zu werden über das Thema Kindersoldaten und über die Aktion Rote Hand. Es gab spannende Diskussionen über die Bundeswehr, dass und wie sie bereits Minderjährige anspricht und dass gerade jetzt der Bericht über die traumatisierten Soldaten veröffentlicht wurde.

Auch das Thema Sport und Krieg, dass Kinder und Jugendliche immer wieder über den Sport für Kriege vorbereitet wurden und dass über die Sprache im Sport auch mal nachgedacht werden könnte.

Wir nahmen viele interessante Gedanken mit und haben – wie immer – von den Jugendlichen gelernt. So ist die Aktion Rote Hand entstanden und so hat sie sich immer weiterentwickelt.

 

Danke an die Lehrer*innen und vor alle an die gesamte Klasse. Wir fanden es sehr schön, dass sie in der Blitzabfrage zum Schluss dem Ganzen sehr guten Noten gaben, mehr davon forderten und vor allem toll fanden, dass sie so selbstständig agieren konnten.