Es ist eigentlich das Mindeste, was man von einer demokratischen Armee erwarten kann, dass sie internationale Geflogenheiten einhält. So aber ist Deutschland einer der wenigen Staaten auf der Welt, die darauf besteht, bereits 17jährige einziehen zu dürfen.

Zwar werden sie noch nicht an der Waffe ausgebildet und in Kriegsgebiete werden sie auch nicht geschickt. Aber allein die frühe Entscheidung in einem dafür noch nicht reifen Alter, ist eine Festlegung, aus der ein junger Mensch so schnell nicht herauskommt.

 

So viel Minderjährige wie noch nie!

Die Bundeswehr hat noch nie so viele Minderjährige an der Waffe ausgebildet wie im vergangenen Jahr. Ihre Zahl stieg nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf den neuen Rekordwert von 2128 Soldaten, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig waren. Darunter befanden sich 448 junge Frauen, wie aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Spiegel – Online weiterlesen

 

Bundesregierung gegen Kindersoldat*innen?

Die Bundesregierung hat sich eindeutig gegen den Missbrauch von Kindern in Kriegen gestellt. Kinder gehören nicht an die Waffen. – Nachlesen

Die UN haben festgelegt, dass das auch für Jugendliche gilt, denn Kinder sind gemäß UN alle Menschen unter 18 Jahren.

Wie also ist es möglich, dass so viele Mädchen und Jungen für den Dienst geworben werden? Die Bundeswehr gibt viele Millionen Euro aus, um sie zu ködern.

 

Lust machen auf Mali-Einsatz

Der Auslandseinsatz solle für die Zuschauer „erlebbar“ gemacht werden, erklärte das Ministerium. Die „Mali“-Folgen erscheinen sechs Wochen lang täglich von Montag bis Donnerstag um 17 Uhr auf dem Youtube-Kanal „Bundeswehr Exclusive“. Die Serie ist außerdem auf Instagram, Snapchat und Facebook zu sehen. Die Protagonisten der Serie wurden vor, während und nach ihrem Einsatz insgesamt acht Monate lang begleitet. Zusätzlich soll der Chatbot „Malibot“ den Nutzern über Facebook automatisch aktuelle Nachrichten, Bilder und Videos aus Mali schicken. Mehr in FAZ 14.10.2017

Professionell gedrehte Videos verdrehen Jugendlichen den Kopf. Für diese Kampagne hat die Düsseldorfer Agentur Castenow den Preis des Art Directors Clu Europe “ADC*E” bekommen Mehr.

Professionell organisierte Spaß-Camps der Bundeswehr geben den Jugendlichen das Gefühl: “Da bin ich richtig!” Das hat so gar nichts mit der Wirklichkeit in der Truppe zu tun. Aber wie sollen die Jugendlichen mit 15 Jahren das beurteilen?

 

Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten hat dazu Fakten, Risiken und Hintergründe zusammengetragen. Mehr