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04.02.20 Landtag Nordrhein-Westfalen

Aktionstag 2020

Zeitraum: 04.02.2020 von 09.00 bis 13.00 Uhr

Es nahmen folgende Organisationen teil:

  • Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  • LSV NRW /Schule ohne Bundeswehr
  • DFG-VK
  • Jugendrotkreuz
  • Eine-Welt-Netz NRW
  • Kindernothilfe
  • Flüchtlingsrat NRW
  • UNICEF Juniorteam
  • Aktion Weißes Friedensband

und Jugendliche:

20 Schüler*innen der Hulda-Pankok-Gesamtschule Düsseldorf (FRIEDENSBAND)
6 Schüler*innen der Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke Mönchengladbach (FRIEDENSBAND)
2 Jugendliche der Landesschüler*innenvertretung NRW
4 Jugendliche des Jugendrotkreuzes NRW
2 Jugendliche der Kindernothilfe

 

 

 

Geschichte

Radiobeitrag: Okot war bei der LRA

Mit 14 wird Okot in Uganda von der Lord’s Resistance Army (LRA) verschleppt – eine paramilitärische Gruppe, die gegen den Staat kämpft und ihn zum Kindersoldaten macht. Okot mordet und plündert. Bis er irgendwann merkt, dass es keine Zukunft für ihn bei der LRA gibt. Er darf nicht in die Schule gehen, kann nicht aufsteigen. Okot flieht und kehrt zurück zu seiner Familie. Aber die Erinnerungen bleiben und plagen ihn, bis er sich ihnen stellen muss: Er macht eine Therapie. Die hilft, aber Okots Schuld und die Ängste bleiben, bis er Vergebung in der Kirche findet.

Hinhören Deutschlandfunk NOVA

Aktion

Westerwaldkreis/Selters: Konfirmand*innen in Aktion

Einen Monat lang beschäftigten sich die Konfirmanden und Konfirmandinnen und die Jugendlichen der Mobilen Jugendkirche Way to J zusammen mit Jugendpfarrer Werner Schleifenbaum mit dem Thema Frieden. Der Red Hand Day, der am 12. Februar stattfindet, möchte weltweit auf den Missbrauch von Kindern als Soldaten aufmerksam machen und fordert, dass alle Verantwortlichen international geächtet und zur Rechenschaft gezogen werden. Mehr

Öffentlichkeit

EAK: Kritik an Anwerbung Minderjähriger bei der Bundeswehr

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat die Anwerbung und den Dienst von Minderjährigen bei der Bundeswehr kritisiert. Seit 2011 habe die Bundeswehr rund 12.000 Minderjährige an der Waffe ausgebildet, erklärte EAK-Sprecher Wolfgang Buff am Sonntag in Bonn.

“Jeder zwölfte Rekrut in der Truppe ist minderjährig.” Das sei nicht akzeptabel, erklärte Buff zum Red Hand Day, dem Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12. Februar.

Buff kritisierte vor allem die “sehr offensive Werbung” der Bundeswehr in Schulen und sozialen Medien. “Es ist bedenklich, wenn angesichts des offensichtlich größer werdenden Nachwuchsmangels der Rekruten-Alltag in der Werbung als Abenteuerurlaub dargestellt wird, aber die gefährlichen Einsätze ausgeblendet werden”, warnte der Sprecher des evangelischen Friedensverbandes. Damit werde der Beruf des Soldaten “erschreckend verharmlost, gerade auch bei jungen Menschen”.

Auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hans Peter Bartels (SPD), habe in seinem Bericht unterstrichen, dass die Aufnahme 17-Jähriger als freiwillige Soldatinnen und Soldaten in die Bundeswehr eine besondere Ausnahme bleiben müsse, betonte Buff, der Referent für Friedensbildung der beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen ist. Die EAK ist Mitglied der “Aktion Rote Hand”, die sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten engagiert.

weiterlesen: evangelisch.de, rp-online.de

Aktion

Blumberg: Realschulklasse 6 und Thorsten Frei, MdB

Blumberg: Die Realschulklasse 9a hatte am Donnerstag praktischen Unterricht mit dem Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei. Kurz vor Ende der Unterrichtsstunde ging die Schülerin aus dem Klassenzimmer. Ein paar Minuten später kam sie wieder zurück, in der Hand hatte sie unter anderem einen Pinsel und einen Farbtopf. Thorsten Frei erklärte sich gerne bereit, seine rechte Hand für einen Papierabdruck rot bemalen zu lassen, was Meryem sogleich begann. War es doch für einen guten Zweck. Die Realschüler von verschiedenen Klassen von Klasse 6 bis Klasse 10 sammeln nämlich Handabdrücke für einen guten Zweck, für den “Red Hand Day” (deutsch: Rote Hand Tag), wie Meryem erklärt, das sei eine Aktion gegen Kindersoldaten. Dabei handle es sich um ein internationales Aktionsbündnis, erklärte anschließend Lehrer Cedric Schulze. Mehr

Aktion

THW: Übergabe der roten Hände im Landtag

Am 05.12.2018 gab es einen „Empfang für die Kinder- und Jugendverbände Nordrhein-Westfalens“ im Landtag NRW. Hier konnten Vertreter unserer Landesjugendleitung (Landesjugendleiter Matthias Berger, stellv. Landesjugendleiter Jan-Bernd Haas sowie stellv. Landesjugendleiter Theo Wunderlich (nicht auf dem Bild)) die auf unserem diesjährigen Landesjugendlager der THW-Jugend NRW gesammelten Roten Hände an den Landtagspräsidenten André Kuper übergeben. Mit der Bitte um Weitergabe an höhere Instanzen konnten nun auch wir also THW-Jugend NRW, ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten setzen und dieses Problem in den Fokus der Politik rücken.

Geschichte

Ich war glühender Hitler-Anhänger

Friedrich Schuberth: Als Kindersoldat in den Zweiten Weltkrieg gezogen: „Ich war ein glühender Hitler-Anhänger“, gesteht er. „Wir wurden verführt und verheizt“, setzt er hinzu. Mit zehn tritt er beim Jungvolk ein. „Wir Jungs waren begeistert. Die HJ hat uns was geboten – Lagerfeuerromantik, sportliche Wettkämpfe, weg von den Eltern unter Freunden sein. Für uns war es die Freiheit und Abenteuer“. Bis heute schwärmt er von einem Besuch auf dem Segelschulschiff „Admiral von Trotta“ im Stettiner Haff.

Am 25. März 1945 wird er mit den anderen 16-Jährigen im Kulmbacher Vereinshaus auf den „Führer vereidigt“, anschließend „Jugendweihe“ auf dem Marktplatz. Drei Tage später – die US-Panzerspitzen stehen schon vor Aschaffenburg – wird er als „Kriegsfreiwilliger“ einberufen und einer Flak-Batterie bei Forchheim zugewiesen.

In einer Mischung aus Angst, Stolz und patriotischer Pflicht ist er für sechs Wochen einer der Kindersoldaten Hitlers, die in einen sinnlosen Abwehrkampf geschickt wurden. „Wir waren in unseren Gefühlen zerrissen, einer jahrelangen Gehirnwäsche ausgesetzt. Gottlob habe ich die Zeit heil überstanden“, sagt er.

Als er im Mai 1945 nach Kulmbach zurückkehrt, erfährt er von zwei Vorgängen, die sich ihm bis heute eingebrannt haben: Er wird zu einem Holzkreuz auf der Forstlahmer Höhe an der Alten Bayreuther Straße geführt. Er hört, dass hier sein HJ-Kamerad Siegfried Wölfel begraben liege.

Beim Einmarsch der US-Panzerdivision am 13. April 1945 habe er sich noch in einem Wehrmachts-Lkw befunden, den die Amerikaner unter Feuer genommen haben. Siegfried, der mittlere von drei Brüdern, die in der Blaicher Hermann-Limmer-Straße gewohnt haben, war ein guter Freund von ihm. „Irgendwann wurde er gezwungen, die SS-Junkerschule in Bad Tölz zu besuchen. Von da an verlor sich unser Kontakt“, sagt Fritz Schuberth.

komplett lesen Nordbayrischer Kurier

Veranstaltung

05.11.18 Podiumsdiskussion „Gewaltakteure in Konflikten“

Schwerpunkt „Herausforderungen der Weltgesellschaft“ der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Podiumsdiskussion „Gewaltakteure in Konflikten“

  1. November 2018, 19.00 – 20.30 Uhr, Universitätsforum, Heussallee 18-24

Im Schwerpunkt “Herausforderungen der Weltgesellschaft” der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Friedens- und Konfliktforschungsinstituts des BICC (Bonn International Center for Conversion) am 5. November ihre Ergebnisse aus Feldforschungen im Mittleren Osten und der Ukraine vor.

In Gewaltkonflikten spielen irreguläre Gewaltakteure wie Milizen, kriminelle Banden oder Terrorgruppen eine zunehmend wichtige Rolle. Feldforschungsbasiert untersuchte das BICC u. a.

\         im Mittleren Osten die Interaktionen zwischen politischen, bewaffneten und zivilen kurdischen Akteuren aus unterschiedlichen Nationalstaatskontexten (Iran, Irak, Syrien, Türkei) und den Einfluss dieser Netzwerke auf aktuelle Konfliktdynamiken;

\         in Afghanistan, welche Rolle Medresen bei der Mobilisierung religiöser (Gewalt)Akteure spielen, nachdem der dschihadistische Salafismus von Daesh (lokal für Islamischer Staat, IS) eine weitere Spielart gewaltbereiten religiösen Extremismus in der Region geworden ist;

\         im Donbass, wie aus Individuen mit unterschiedlichen Motiven handlungs-und kampffähige Einheiten mit militärischen Organisationsstrukturen werden.

Über Vernetzung, Mobilisierungspraktiken, interne Befehlsketten und Finanzierung von Gewaltakteuren in Konflikten diskutieren die Friedens- und Konfliktforscherinnen und -forscher Andreas Heinemann-Grüder, Katja Mielke, Conrad Schetter (Moderation) und Carina Schlüsing.

Um Anmeldung unter pr@bicc.de bis zum 2. November 2018 wird gebeten.

Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen. Rückfragen und Interviewwünsche richten Sie bitte an Susanne Heinke, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BICC (Tel.: 0228/911 96-44, pr@bicc.de)

Rekrutieren

Ex-Uno-General: “Sie kämpfen wie Soldaten – aber sie sterben als Kinder”

Weltweit setzen Armeen und Milizen Jungen und Mädchen als Kindersoldaten ein. Ex-Uno-General Roméo Dallaire will die Warlords davon überzeugen: Das ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch taktisch falsch. Weiterlesen SPIEGEL

Geschichte

Südsudan: Der Kampf nach dem Kampf

Als Zwölfjähriger schloss er sich den Milizen im Südsudan an. Vor drei Jahren hat Babacho Mama seine Waffen der UN übergeben – und versucht seitdem, sich eine normale Existenz aufzubauen.

Seit Wochen steigen im Boma State die Flüsse. Babacho Mama steht mit seinen schwarzen Gummistiefeln, made in China, auch in seiner Blechhütte wadentief im Wasser. Babacho Mama ist ein ehemaliger Kindersoldat der Cobra-Miliz. Sein neues Leben ohne Waffen und Gewalt will er noch nicht aufgeben. Ein letztes Mal, eine letzte Regenzeit will er versuchen, das mühsam aufgebaute Wäschereigeschäft, das ihm manchmal eine Mahlzeit am Tag ermöglicht hat, auch unter diesen schwierigen Bedingungen am Laufen zu halten.

Bis vor kurzem brachten ihm die Leute aus der Umgebung täglich ihre Wäsche, die er im Fluss waschen konnte. Die 400 bis 600 South Sudanese Pounds, das entspricht etwa zwei bis drei Euro, die er damit verdiente, reichten für eine Mahlzeit am Tag. „Und ich hatte noch Zeit, auf der anderen Flussseite zur Schule zu gehen“, sagt Babacho, „aber jetzt, mit dieser Flut, muss ich aufgeben, die Wäsche wird nicht mehr trocken, das Geschäft läuft nicht mehr. Wie auch, wenn meine Hütte unter Wasser steht.“ Er fährt schweißüberströmt mit seinem alten Kohlebügeleisen über die letzten Hemden.

Vor drei Jahren hat Babacho während einer Feuerpause im Südsudan zusammen mit anderen jungen Kameraden die ausgedienten Uniformen und Waffen den Soldaten der Vereinten Nationen übergeben. Es war ein großes Fest. Ein Fest für eine der größten Freilassungen von Kindersoldaten aus den Händen der afrikanischen Kriegsmaschinerie.
Mit Schüssen pro Minute und einem Gewicht von gerade mal drei Kilogramm wird die AK-47 selbst in den Händen von nicht ausgebildeten Kindern zur tödlichen Waffe.

Seine Eltern hat Babacho bei einer der sogenannten ethnischen Säuberungen verloren. Eine Kugel schlug seinen Vater nieder, die Mutter wurde förmlich geschlachtet. Babacho, damals ein Kind, hatte alles verloren, und blieb schutzlos zurück. „Mit zwölf“, er denkt kurz nach, denn sein Alter kennt er nicht, so wie die meisten Kindersoldaten, „habe ich mich dann der Miliz angeschlossen und wollte Rache. Ich war bereit zu kämpfen.“ Er wurde sofort aufgenommen, an der Waffe ausgebildet, hat alle Kriegslieder auswendig gelernt. „Dann war ich einer von ihnen, ein Soldat.“ Anders als viele seiner Leidensgenossen wurde er nicht entführt oder zwangsrekrutiert. Ihn trieb die Verzweiflung.

Anfänglich trug er nur die Waffen für die hochrangigen Milizangehörigen, nach eigenen Aussagen hauptsächlich als Leibwächter für den Milizanführer, David Yau Yau vom Stamm der Murle. Von ihm bekam Babacho auch seine Auszeichnung zum Leutnant, die grünen Dienstgradabzeichen mit dem goldenen Stern und der Aufschrift „SPLA“, die Abkürzung für Sudan People’s Liberation Army. Vermutlich eine Beute aus einer der unzähligen Schlachten. Später musste er mit den anderen an die Front, bewaffnet mit rostigen, tausendfach abgefeuerten Kalaschnikows AK-47. Mit ihren 600 Schüssen pro Minute und einem Gewicht von gerade mal drei Kilogramm wird die AK-47 selbst in den Händen von nicht ausgebildeten Kindern zur tödlichen Waffe. Babacho war zwölf, vielleicht auch schon 14 Jahre, als er zum ersten Mal auf einen Menschen zielte – und abdrückte.

Vier lange Jahre kämpfte Babacho für die Cobra-Miliz. Nun war er des Kämpfens müde geworden. Zu viel gesehen, zu viel erlebt, zu viel ertragen. Traumatisiert, körperlich und seelisch schwer verletzt von dem was ihm angetan wurde, was er mit ansehen musste und was er anderen angetan hat. „Am Anfang konnte ich kaum schlafen, ich wachte immer wieder zitternd auf, konnte den Tod riechen, sah wie viele meiner Kumpels starben.“ Auch die Frage ob es schwer war zu schießen oder andere zu töten, beantwortet er bedacht und leise, sein Blick senkt sich zum Boden; „Wenn du nicht schießt, stirbst du zuerst. Ich musste es tun, es waren unsere Feinde.“

Quelle: Frankfurter Rundschau