2002

Die ersten Aktionen mit roten Händen aus Pappe gab es zur Feier des Inkrafttretens des Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention am 12. 2. 2002 in Genf. Dieser Tag wird seitdem jedes Jahr weltweit als Red Hand Day gefeiert, als Tag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten.

Im Juni 2002 hatte der Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung ein starkes Interesse der Jugendlichen am Thema Kindersoldaten gezeigt. Siehe Rede im Landtag NRW.

2003

Aktion Weißes Friedensband lädt alle Organisationen, die sich mit dem Thema Kindersoldaten beschäftigen zum Themenforum ein, um eine Jugendaktion zu entwickeln. Es entstand die „Aktion Rote Hand“ als Fotoaktion: Jugendliche (und Erwachsene) färbten sich eine Hand rot, stellten sich als Gruppe auf und fotografierten sich mit den roten Händen. Gleichzeitig wurde von Aktion Weißes Friedensband erstmals der Red Hand Day in Deutschland mit Unterstützung von terre des hommes, Kindernothilfe, EED, Misereor und UNICEF auf der didacta-Bildungsmesse in Köln organisiert.

FRIEDENSBAND lud zum 10.11.2003 alle Menschenrechtsorganisationen zum “Themenforum Kindersoldaten” nach Düsseldorf ein. Wir boten an, als Journalist*innen unsere Erfahrungen und Fähigkeiten in eine Jugendaktion einzubringen und zur Verfügung zu stellen.

Wir erfuhren, dass es zwei Jahre zuvor, am 12. Februar 2002, eine weltweit beachtete Gemeinschaftsaktion in Genf stattgefunden hat. Es entstanden beeindruckende Bilder mit roten Händen. Im darauf folgenden Jahr gab es keine Aktion. Das zündete sofort bei uns. Hände, mit roter Fingerfarbe, als Zeichen von Verbundenheit und Solidarität. Stark! Das konnte eine bildhafte Jugendaktion werden!

Neben der Notwendigkeit, eine Jugendkampagne zu entwickeln, war die Entstehung einer Gedenkkultur. Denn es war allen klar, dass der 12.2. eines jeden Jahres in den Mittelpunkt gestellt werden musste.

Kindernothilfe, UNICEF, terre des hommes, der Evangelische Entwicklungsdienst und Misereor waren sofort dabei und unterstützen uns.

Entsprechend entwickelten wir einen dem erstem Aufruf zur Aktion Rote Hand und beganen mit der Vorbereitung der ersten Red Hand Day-Veranstaltung. Wir wählten die Bildungsmesse didacta, die genau um den 12.02.2004 herum in Köln stattfand. Als kleine Organisation ohne finanzielle Ausstattung war es für uns wichtig, dass Kindernothilfe und terre des hommes uns Platz auf der Messe zur Verfügung stellte.

Im Vorfeld merkten wir, wie schwer es ist, eine komplett neue Gedenkkultur zu entwicklen und anzuschieben, besonders für eine neue Organisation, aber wir bekamen von den großen Organisationen viel Unterstützung und hatten das Glück, dass Julitta Münch, die damalige Hallo-Ü-Wagen Moderatorin (WDR) mit zu den Begründerinnen von FRIEDENSBNAD gehörte und tatkräftig mithalf. Ihre Kontakte zu den Medien verhalf letztendlich auch der Pressekonferenz zum Erfolg.

Mit ihrem Bekanntheitsgrad und durch ihre Moderation trug Julitta Münch mit dazu bei, dass diese Veranstaltung positiv ablief und viel Aufmerksamkeit erhielt.

Eine komplette Dormagener Realschuleklasse konnten wir gewinnen, mit ihre roten Hände und ihren ersten Erfahrungen zur didacta zu kommen. Das war wichtig, weil alle Beteiligten so zum ersten Mal unmittelbar von Jugendlichen die Bestätigung bekamen, dass die Aktion Rote Hand ganz in ihrem Sinne ist. Auch die Lehrerin bestätigte, dass die Jugendlichen begeistert und intensiv mitgearbeitet haben.

Der Star des Tages aber war Senait Mehari, die ehemalige Kindersoldaten aus Eritrea, die wir aus Hamburg nach Köln holen konnten. Wir trafen sie wenige Wochen zuvor mit ihrem Manager und sie wurde schnell zur Schirmfrau von FRIEDENSBAND und damit auch der Aktion Rote Hand.

Ein guter Start für den Red Hand Day. Die Medien berichteten intensiv.

verstanden, dass eine haptisch so starke Erfahrung eine große Wirkung auf die Jugendlichen und damit auf die Gesellschaft haben muss.

Als Journalist*innen hatten wir natürlich im Blick, dass Bilder entstehen, die für die Medien wie geschaffen sind.

Wir machten in den nächsten Tagen Versuche

Im Mittelpunkt wird der “Red Hand Day” stehen, ein internationaler Gedenktag gegen den Missbrauch von Kindern für Kriege. Nach Angaben von terre des hommes und Kindernothilfe ist dieser Tag bisher von der deutschen Öffentlichkeit noch nicht so stark wahrgenommen worden, wie man sich das wünscht. Wir haben uns daher für den Monat Februar zur Aufgabe gesetzt, diesen Tag intensiv in die Medien – und natürlich in die Schulen zu bringen – gemeinsam mit terre des hommes und Kindernothilfe und mit Unterstützung von unicef. Das Motto lautet

“Nein zu Missbrauch von Kindern im Krieg”

Das Themenforum „Kindersoldaten“ fand am 10.11.2003 statt.

terre des hommes machte deutlich, dass sie mit ihren Arbeitsgruppen und KinderrechtsTeams voll dabei sind. tdh liefert auch die „roten Hände“ für die Aktion am 12.2. in Köln.

Kindernothilfe ist ebenfalls mit all ihren Möglichkeiten dabei. Sie werden vor allem ReferentInnen, Material und Auslandskontakte zur Verfügung stellen.

LandesschülerInnenvertretung NRW ist begeistert, haben aber noch keinen Beschluß gefasst. Sehr wahrscheinlich sollen wir am 23.11. auf ihrem Kongress die Aktion vorstellen.

Schulministerium NRW war von der Aktion sehr angetan – weitere Gespräche werden folgen.

Unicef möchte in jedem Fall mitmachen – vielleicht nur mit ReferentInnen und Material.

PRO ASYL wird mit Informationsmaterial dabei sein, wo entsprechende Anfragen sind, verweist auf den Landesflüchtlingsrat der noch einmal angesprochen wird.

DED – Regionalstelle für entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist an einer Zusammenarbeit sehr interessiert und wird z.B. die Kontakte zu MitarbeiterInnen in Angola herstellen.

Greenpeace ist sehr interessiert am April-Thema „Walderzerstörung“.

SchülerInnen aus Dortmund haben die SV in der Umgebung angesprochen und wollen die Schulen aktivieren.

Deutlich wurde, dass die durch Aktion Weißes Friedensband als Impuls eingebrachten Themen in den Schulen über den Vierwochenzeitraum hinaus weiterbearbeitet werden können und dass die SchülerInnen dabei die volle logistische Unterstützung der Aktion bekommen.

Darüber hinaus möchte sich das Friedensdorf Oberhausen mit einer Aktion beteiligen. In ihrer Begegnungsstätte kommen jährlich über 40 Jugendgruppen zusammen.

Außerschulische Aktionen:

Mit einer Pressekonferenz gemeinsam mit terre des hommes und Kindernothilfe am 4.2.2004 bringen wir das Thema „Kindersoldaten“ in die Medien.

„Red Hand Day“

am 12.2.2004:

  1. Aktion Rote Hände mit SchülerInnen des Albertus-Magnus-Gymnasiums, Köln. Ein Luftbild wird an die Medien weitergeleitet und per Internet auf die Bildungsmesse didacta übertragen, wo zeitgleich eine Pressekonferenz stattfindet. Alle Organisationen, die zu dem Thema arbeiten, werden gebeten, an diesem Tag eine Presseerklärung herauszugeben.
2. Aktion SchülerInnen zeigen die Rote Hand   – landesweit färben sie ihre linke Hand mit Hautfarben rot und machen Aktionen. Sie schicken Digitalfotos und Infos, die sofort ausgedruckt und auf der didacta gezeigt werden.
3. Installation „Aktion Rote Hände“ 500 rote Hände, ca. 20 cm hoch, werden auf der Rasenfläche zwischen Landtag und Stadttor (Staatskanzlei NRW) aufgestellt (mit terre des hommes)
  1. Frag den Opa – Kindersoldaten in Deutschland: Was haben unsere Großväter im 2. Weltkrieg erlebt?
  1. Wettbewerb und Preisverleihung: SchülerInnen zeigen die Resultate ihrer Aktionen, wie Theaterstücke oder Plakate, Aktionsideen oder Internetseiten.

Innerschulische Aktionen:

Grundlage ist „learn-line“, die Internet-Plattform des Landesinstituts für Schule. Dort finden die LehrerInnen und SchülerInnen alle wichtigen Informationen, um die Recherche-Projekte umsetzen zu können.

SchülerInnen fragen bei den Zeitungen und Zeitschriften der Länder, in denen es Kindersoldaten gibt um die inländische Sichtweise kennenzulernen. Sie haben Gelegenheit, ihre Fragen bei den RedakteurInnen und JournalistInnen zu stellen, unterstützt von IPS und DED.

Per Email können sie mit Jugendlichen in Uganda und anderen Ländern korrespondieren. Darunter sind auch ehemalige Kindersoldaten. Die SchülerInnen können ihre Fragen an MitarbeiterInnen des DED in diesen Ländern stellen. Auch über terre des hommes und Kindernothilfe sowie über gpn GlobalPartnershipNet werden Email-Kontakte ermöglicht.

Die internationale Nachrichtenagentur IPS (Inter Press Service) richtet ein Nachrichtenarchiv zum Thema Kindersoldaten und zu verwandten Themen ein. Sie wurde 1964 von lateinamerikanischen JournalistInnen gegründet, die vor den Didaktoren in ihren Heimatländern fliehen mussten. Inzwischen ist es eine große Nachrichtenagentur geworden, die ihren ursprünglichen Auftrag immer noch verfolgt: sie berichten sehr intensiv und gut lesbar über die Situation in den Ländern der sog. dritten Welt. Täglich werden aktuelle Agenturmeldungen und Artikel geliefert. Durch Originaltexte in Englisch und Spanisch wird Sprachkompetenz gefördert. Internationale Links zu Organisationen und Medien werden von IPS ausgesucht und kommentiert.

In einem Infopool finden die SchülerInnen aktuelle und Hintergrundinformationen von terre des hommes, Kindernothilfe, unicef und Forum Ziviler Friedensdienst. ReferentInnen dieser Organisationen gehen in die Schulen. Einen wöchentlichen Pressespiegel liefert das IZEP – Informationszentrum Entwicklungspolitik (InWEnt).

Für die Umsetzung der Aktionen stehen den SchülerInnen alle Formen von Kunst, Kultur und Medien zur Verfügung. KünstlerInnen und Medienfachleute stellen sich zur Verfügung, die Ergebnisse der Recherchen zu verarbeiten.

In ähnlicher Form werden die anderen Projektmonate mit wechselnden Partnerorganisationen ablaufen. Weitere Informationen: www.friedensband.de

 

Die Entstehung von FRIEDENSBAND ist im Zusammenhang mit der Geschichte der Aktion Rote Hand schon interessant.