Die Geschichte von FRIEDENSBAND begann im Februar 2003, wenige Wochen vor dem Irakkrieg. Der damalige amerikanische Präsident, George Bush, drohte und es klang ähnlich, wie heute. Als Journalist*innen überlegten wir, was wir tun können. Zu den vorausgegangenen Kriegen und Konflikten hatten wir Tagungen abgehalten und uns über Themen wie “Sprache und Krieg”, “Quellen im Krieg”, “Bilder aus dem Krieg” auseinandergesetzt.

Das erste Weiße Friedensband

Dieses Mal wollten wir etwas anders machen. Wir fragten auf der Straße Menschen nach ihren Friedenssymbolen, denen, die sie kennen und denen, die sie tragen, wenn der Krieg kommt. Es gab eine große Bereitschaft, zu dem Thema zu sprechen, aber es gab viele, die zwar das Peace-Zeichen und die Taube als Symbol kannten, sie aber nicht tragen wollten. Den einen war das Peace-Zeichen zu links, den anderen die Taube zu kirchlich.

Wenn wir fragt, ob ein neues Friedenzeichen ihnen wichtig wäre, antworteten praktisch alle zustimmend. So setzten wir uns am 7.2.2003 zusammen und überlegten, wie ein solches Friedenssymbol aussehen könnte. Es kamen viele Entwürfe zusammen – aber immer wieder kamen wir bei der Schleife aus.

Und so fragte wir in der Aidsbewegung nach. Es ging über Hamburg nach London und dort war man begeistert. Es sei gut, wenn wir eine weiße Schleife für den Frieden setzen würden, weil die rote Schleife von der gelben abgeguckt sei und die sei nun mal eng mit Krieg verbunden. Das sieht man übrigens noch heute, wenn Soldaten oder Verteiligungsminister die gelbe Schleife tragen. Sie dient der Erinnerung an verstorbene Kameraden.

Noch am gleichen Abend baten wir Heiko Kauffmann, Sprecher der Flüchlingsorganisation PRO ASYL und Träger des Aachener Friedenspreises 2001, zur ersten Präsentation in der Öffentlichkeit. Gemeinsam sprachen wir Menschen auf der Straße an und er merkte, wie der Funke übersprang und war begeistert. In einem starken Statement bat er fünf Tage später im WDR die Bevölkerung, weiße Schleifen zu tragen.

Noch am 07.02.2003 gingen 180 Mails an Friedensgruppen und Menschenrechtsorganisationen  in aller Welt mit Fotos und Herstellanleitung in vier Sprachen heraus und wir glaubten, dass damit die “Aktion Weißes Friedensband” draußen ist und wir wieder unserer Arbeit nachgehen konnten.

Doch nun kamen aus ganz Deutschland Bestellungen. Es war nicht ganz in unserem Sinne, nun viele tausend Friedensbänder herzustellen und zu verschicken. Aber schien nicht anders zu gehen. Hier ein Kongress, der allen Teilnehmer*innen das Tragen der weißen Schleife empfahl, dort die Fraktionen von SPD und Grünen, die bei der denkwürdigen Debatte im Bundestag das neue Friedensband tragen wollte.

Als wir am 15.02.2003 in Berlin bei der großen Demo mit 1000 Friedensbändern standen, kamen uns bereits viele entgegen, die uns ebenfalls Bänder anboten. Die haben sich dann oft verändert – mal größer, mal kleiner – aber alle waren sich einig in der Form.

In dieser Zeit haben wir vor allem die Jugendlichen noch einmal ganz anders kennengelernt. Ihre Begeisterung, sich für den Frieden einzusetzen, übertrug sich auf uns. Aber sie gaben uns nicht nur den Frieden mit auf den Weg: Von ihnen hörten wir die Forderung, mit der weißen Schleife mehr zu verbinden, eben alles, was Frieden ausmacht: Geschlechtergerechtigkeit, Menschenrechte und immer wieder wurde Kinderrechte gennant.

Das Kinder in anderen Erdteilen oder bei uns vor Übergriffen und Ausnutzung völlig ungeschützt sind beschäftigte sie sehr und sie wünschten in Gesprächen oft “Werkzeuge”, um selbst etwas tun zu können.

Unser Arbeit zur Entwicklung der aktionsgestützten Bildungsarbeit begann.