Wie

werden Kinder

Soldaten

film

Kindersoldat*innen sind nichts wert

Je länger ein Krieg dauert desto größer wird die Anzahl der Kinder, die die Lücken an der Front füllen müssen.

Der Wert dieser Kinder nimmt immer mehr ab. Sie werden in Situationen gezwungen, in die kein erwachsener Soldat geschickt würde.

Die meisten werden entführt und mit Gewalt gezwungen, zu kämpfen. Die wenigsten gehen freiwillig zu einer bewaffneten Gruppe.

Andere Kinder finden sich in den Bürgerkriegswirren nicht zurecht. Sie hoffen, dass sie bei den bewaffneten Gruppen regelmäßige Mahlzeiten erhalten und etwas, das für sie ein Familienersatz sein könnte.

Damit die Kinder tun, was von ihnen verlangt wird, werden sie häufig unter Drogen und Alkohol gesetzt und gefügig gemacht.

 

Wie

geht es

den Mädchen?

Die besondere Situation der Mädchen

Die zahlreichen Mädchen unter den Kindersoldaten erleben sexualisierte Gewalt und müssen als sogenannte Bräute den erwachsenen Kämpfer dienen. Oft werden sie mit den ungewollten Kindern fortgejagt, weil sie dann im Weg sind. Die Aktion Rote Hand nimmt dies zum Anlass, ihre Situation besonders hervorzuheben!

 

Wer ist

Kindersoldat?

 

Definition (Deutsches Bündnis Kindersoldaten)

Kindersoldaten sind alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden oder wurden, egal in welcher Funktion oder Rolle.

Darunter sind Kinder, die als Kämpfer, Köche, Träger, Nachrichtenübermittler, Spione oder zu sexuellen Zwecken benutzt werden. Ausdrücklich sind es nicht nur Kinder, die aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen.

Begriffe und Bilder

Unser Bild vom Kindersoldaten ist geprägt vom kleinen Kämpfer, der entschlossen und meist mit Kalaschnikow für den Fotografen posiert. Nicht nur bei der erwachsenen Leserschaft kommen diese Bilder, oft mit Bezeichnungen wie „Killermaschinen“ gut an. Für unsere Jugendlichen schaffen wir damit Vorbilder, die nicht ungefährlich sind. Wir sollten daher aufpassen, ob wir diese Klischees bedienen. Zudem siehen wir kaum Mädchen.

 

Kindersoldaten

unter Hitler

NS

 

Kindersoldaten in Deutschland

Hat das etwas mit unsere eigenen Geschichte zu tun? Auch in Deutschland gab es Jugendliche, die als Kindersoldat*innen kämpfen mussten und die Gesellschaft hat es zugelassen, dass ihre Kinder in den Tod geschickt wurden.

In den letzten Jahren des 2. Weltkrieges wurden offiziell die 16jährigen in völlig sinnlose Gefechte geschickt. In den letzten Monaten waren es dann auch wesentlich jüngere.

Bild: Bildarchiv, eines von vier Plakaten, die wir anbieten

 

Was bedeutet es

Kindersoldat

zu sein?

Viele stumpfen ab

Die Mädchen und Jungen leiden unter Hunger, Entbehrungen, Verletzungen und Brutalität. Sie wachsen inmitten von Krieg und Gewalt auf und viele stumpfen ab. Die Mehrheit der Kindersoldat*innen bleibt ihr Leben lang traumatisiert. Sie haben keine Schulausbildung und entsprechend keine Zukunft und werden von der Gesellschaft geächtet.

Bild: Glasgow im Film "Ich habe getötet"

 

Es sind jedoch DIESE Kinder, auf denen die Hoffnung liegt, Frieden zu schaffen in Ländern, die seit Jahrzehnten nichts anderes als Krieg und Gewalt erlebt haben.

Aber wie können sie Frieden schaffen, wenn sie den Frieden gar nicht kennen und wenn jede Hoffnung aufgegeben hat? Das wird gerade in Bezug auf Syrien und Irak ein großes Problem werden.

Bild: Josephine im Film "Ich habe getötet"

 

Kindersoldat*innen

haben

keine Zukunft

 

Kindersoldaten

bei uns -

Asyl

Geflüchtete Jugendliche

In den letzten Jahren sind zahlreiche geflüchtete Jugendliche zu uns gekommen. Nicht wenige dieser Jugendlichen haben die Erfahrungen von Kampfhandlungen gemacht. Sie sitzen in unseren Klassen oder in Jugendgruppen und können meist nicht darüber sprechen.

Viele von ihnen haben Angst, nicht anerkannt und abgeschoben zu werden. Sie werden als Kindersoldat*innen anerkannt – wenn sie im Asylverfahren ihre schrecklichen Erlebnisse detailgenau schildern. Damit sind die meisten Jugendlichen überfordert.

Sie sind schwer traumatisiert und können über bestimmte Erlebnisse zu diesem Zeitpunkt noch nicht sprechen, schon gar nicht mit einer ihnen völlig fremden Amtsperson und Sprache.

Ihre Asylanträge werden dann wegen Unglaubwürdigkeit abgelehnt - spätere Schilderungen der Erlebnisse werden dann oft nicht mehr anerkannt. Die jungen Menschen, die es zu uns schaffen, brauchen dringend therapeutische Unterstützung und einen sicheren Schutz vor Abschiebung.

Bild: Maud im Film "Ich habe getötet"

 

Minderjährige

bei der

Bundeswehr

Sind das Kindersoldaten?